Woelfe . Info
Mondphase
Wolfswelpen Wolfswelpen werden in einer engen Familiengemeinschaft aufgezogen. Die Mutter bleibt in den ersten Wochen meist bei den Jungen, während der Vater und ältere Geschwister Nahrung heranschaffen und sich an der Betreuung beteiligen. Die Aufzucht beginnt bereits vor der Geburt. Das Elternpaar benötigt ein ausreichend großes und störungsarmes Revier, in dem genug Nahrung vorhanden ist. Nur wenn die Versorgung gesichert ist, kann ein Rudel seine Welpen erfolgreich großziehen. (dbb-wolf.de) Die Geburt In Mitteleuropa werden Wolfswelpen meistens zwischen Ende April und Anfang Mai geboren. Die Tragzeit beträgt ungefähr 63 Tage. Ein Wurf umfasst häufig etwa vier bis sechs Welpen, wobei die Wurfgröße von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein kann. (dbb-wolf.de) Die Geburt findet in einer geschützten Wurfhöhle oder an einem anderen gut geschützten Platz statt. Die Wölfin nutzt dafür nicht immer eine selbst gegrabene Höhle. Sie kann auch natürliche Hohlräume, verlassene Dachsbauten oder andere geeignete Verstecke verwenden. Die ersten Lebenswochen Bei der Geburt sind die Welpen noch sehr hilflos. Sie sind blind und taub und können ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig ausreichend regulieren. Deshalb bleiben sie zunächst eng bei ihrer Mutter und sind vollständig auf die Fürsorge der erwachsenen Wölfe angewiesen. In den ersten ungefähr zwei Wochen verbringen sie die meiste Zeit in der Wurfhöhle. Die Wölfin säugt die Welpen und wärmt sie. Der Vater und ältere Geschwister halten sich häufig in der Nähe auf oder bringen Nahrung zur Mutter. (dbb-wolf.de) Die Mutter verlässt die Höhle in dieser Zeit nur für kurze Zeit. Das Rudel verkleinert seinen Bewegungsradius, damit die Versorgung der Welpen gewährleistet bleibt und die Wurfhöhle nicht unnötig lange unbewacht ist. Öffnen der Augen und erste Schritte Nach ungefähr zwei Wochen öffnen die Welpen ihre Augen. Auch das Hören entwickelt sich nach und nach. Nun beginnen sie, ihre Umgebung genauer wahrzunehmen und miteinander zu spielen. Nach etwa drei bis vier Wochen werden sie beweglicher. Sie verlassen die Wurfhöhle zunächst nur für kurze Zeit und erkunden vorsichtig die nähere Umgebung. Dabei bleiben sie weiterhin auf den Schutz und die Versorgung durch die erwachsenen Tiere angewiesen. Wer kümmert sich um die Welpen? Die Aufzucht ist Gemeinschaftsarbeit. Die wichtigste Betreuung übernimmt zunächst die Mutter. An der Versorgung können sich jedoch mehrere Rudelmitglieder beteiligen. Dazu gehören: das Muttertier, das Vatertier, ältere Geschwister, und manchmal weitere erwachsene Verwandte. Die erwachsenen Wölfe bringen Nahrung herbei, bewachen die Welpen und schützen sie vor Gefahren. Ältere Geschwister spielen mit den Kleinen, passen auf sie auf und helfen ihnen, soziale Regeln zu erlernen. Dabei handelt es sich nicht um eine „Kindertagesstätte“ im menschlichen Sinn. Die älteren Jungwölfe bleiben Teil ihrer Familie und übernehmen je nach Alter und Situation unterschiedliche Aufgaben. Die Ernährung der Welpen In den ersten Lebenswochen werden die Welpen ausschließlich mit Muttermilch ernährt. Die Milch enthält wichtige Nährstoffe und hilft den Jungen, schnell zu wachsen. Nach etwa drei bis vier Wochen beginnen sie, zusätzlich feste Nahrung aufzunehmen. Die erwachsenen Wölfe bringen Fleisch zur Wurfhöhle. Häufig fressen sie sich zunächst selbst satt und würgen später teilweise vorverdaute Nahrung für die Welpen hervor. Dieses Verhalten wird als Hochwürgen oder Regurgitation bezeichnet. Die Welpen können dadurch bereits Nahrung von den erwachsenen Tieren erhalten, obwohl sie noch nicht selbst erfolgreich jagen können. (dbb-wolf.de) Vom Säugen zum Fleisch Die Umstellung von Milch auf Fleisch erfolgt allmählich. Die Welpen beginnen schon nach wenigen Wochen, Fleisch zu fressen. Gleichzeitig werden sie noch weiter gesäugt. Die Säugezeit endet normalerweise ungefähr zwischen dem 40. und 60. Lebenstag. Danach ernähren sich die Jungwölfe zunehmend von Fleisch, das ihnen die erwachsenen Tiere bringen oder vorwürgen. (dbb-wolf.de) Auf dem Speiseplan stehen grundsätzlich dieselben Beutetiere wie bei den erwachsenen Wölfen. In Deutschland sind das vor allem: Rehe, Rothirsche, Wildschweine, Damwild, und regional weitere Säugetiere. Die Welpen erhalten zunächst besonders leicht aufzunehmende und teilweise vorverdaute Nahrung. Mit zunehmendem Alter können sie auch selbst an einem Beuteriss fressen. Der Wurfplatz Die Wurfhöhle wird vor allem in der ersten Zeit genutzt. Wenn die Welpen beweglicher werden, verlagert sich das Leben der Familie häufig an einen sogenannten Rendezvousplatz. Ein Rendezvousplatz ist ein Aufenthalts- und Spielplatz, an dem sich die Welpen regelmäßig aufhalten, während die erwachsenen Wölfe auf Jagd gehen. Er muss nicht wie eine Höhle aussehen. Es kann sich um einen geschützten Platz im Wald, in dichtem Bewuchs oder in anderem ungestörtem Gelände handeln. Ab einem Alter von ungefähr acht bis zehn Wochen verlagern sich die Aktivitäten des Rudels häufig stärker an solche Treffpunkte. (dbb-wolf.de) Spielen und Lernen Das Spiel ist für Wolfswelpen von großer Bedeutung. Sie raufen, jagen einander, verstecken sich und probieren verschiedene Bewegungen aus. Dabei lernen sie: ihre Körperkraft einzuschätzen, Bewegungen zu koordinieren, die Beißkraft zu kontrollieren, Grenzen anderer Wölfe zu erkennen, und soziale Regeln einzuhalten. Spielerische Auseinandersetzungen sehen manchmal wild aus. Sie werden jedoch normalerweise von einem Wechsel aus Angriff, Rückzug und Beschwichtigung begleitet. Durch diese Erfahrungen lernen die Welpen, wann ein Verhalten noch spielerisch und wann es ernst gemeint ist. Auch die erwachsenen Wölfe und älteren Geschwister beteiligen sich am Spiel. Sie können dabei besonders gut zeigen, wie weit ein Welpe gehen darf. Die Entwicklung der Körpersprache Schon früh beginnen die Welpen, die Körpersprache der erwachsenen Wölfe zu lernen. Sie üben unter anderem: Unterwürfigkeit, Beschwichtigung, Drohverhalten, Spielaufforderungen, Begrüßungen, und den richtigen Abstand zu anderen Tieren. Ein Welpe, der sich gegenüber einem erwachsenen Wolf klein macht, die Ohren anlegt oder die Schnauze leckt, zeigt damit häufig Unterordnung oder Beschwichtigung. Solche Signale helfen, Konflikte innerhalb der Familie zu vermeiden. Erste Ausflüge Mit zunehmendem Alter werden die Welpen immer selbstständiger. Sie entfernen sich weiter vom Rendezvousplatz und begleiten die erwachsenen Wölfe auf kurzen Strecken. Zunächst laufen sie nur wenige Schritte mit. Später können sie längere Wanderungen unternehmen. Die Erwachsenen passen das Tempo häufig an die jüngeren Tiere an und warten, wenn ein Welpe zurückbleibt. Die Jungen lernen dabei: die Wege im Revier kennen, wichtige Ruheplätze, sichere Verstecke, Gerüche und Duftmarkierungen, und die Orientierung innerhalb des Territoriums. Teilnahme an der Jagd Die Welpen beteiligen sich nicht sofort an der Jagd. In den ersten Monaten sind sie körperlich noch nicht kräftig und ausdauernd genug, um erwachsene Wölfe über längere Strecken zu begleiten. Im Herbst beginnen sie meist, bei Jagdausflügen mitzulaufen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits deutlich größer und kräftiger. Dennoch sammeln sie zunächst vor allem Erfahrungen. Die erwachsenen Wölfe bleiben die erfahrenen Jäger und übernehmen weiterhin den größten Teil der eigentlichen Jagdleistung. (dbb-wolf.de) Die Jungwölfe lernen dabei: Spuren zu verfolgen, Gerüche einzuordnen, sich als Gruppe zu bewegen, Beutetiere einzuschätzen, und an einem Riss zu fressen. Nicht jeder Ausflug endet mit einer erfolgreichen Jagd. Auch erfolglose Unternehmungen sind für die Entwicklung der Jungwölfe wichtig. Wachstum Wolfswelpen wachsen sehr schnell. Bereits im Alter von sechs bis sieben Monaten sind sie fast so groß wie erwachsene Wölfe. An ihrer noch schlankeren Gestalt und ihrem Verhalten lassen sie sich zu diesem Zeitpunkt jedoch häufig noch erkennen. (dbb-wolf.de) Der Körperbau verändert sich im Laufe des ersten Lebensjahres. Die Beine wirken zunächst oft besonders lang, während Kopf und Brust noch nicht vollständig entwickelt sind. Auch die Bewegungen werden mit zunehmendem Alter sicherer und ausdauernder. Überleben im ersten Lebensjahr Die ersten Lebensmonate sind für Wolfswelpen besonders wichtig. Sie sind anfälliger für Krankheiten, Verletzungen und Nahrungsmangel als erwachsene Wölfe. Außerdem können Störungen am Wurfplatz oder der Verlust eines Elterntieres die Aufzucht erschweren. Nicht alle Welpen eines Wurfes erreichen das Erwachsenenalter. Wie viele Jungtiere überleben, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: Nahrungsangebot, Krankheiten, Verletzungen, Unwettern, Störungen am Wurfplatz, Verkehr, und der Versorgung durch das Rudel. Ein gut geschützter Wurfplatz und ein ausreichend großes, nahrungsreiches Revier verbessern die Überlebenschancen der Welpen. Wann werden die Welpen selbstständig? Obwohl die Jungwölfe bereits im Herbst selbstständig laufen und Fleisch fressen können, sind sie noch lange nicht vollständig unabhängig. Sie bleiben meist bis zum folgenden Frühjahr oder darüber hinaus bei ihrer Familie. Während dieser Zeit lernen sie weiter: wie man erfolgreich jagt, wie man sich im Revier orientiert, wie man mit anderen Wölfen kommuniziert, und wie man Gefahren einschätzt. Viele Jungwölfe wandern im Alter von ungefähr zehn bis 22 Monaten ab. Manche bleiben jedoch länger im Familienrudel. Der Zeitpunkt hängt von der individuellen Entwicklung und der Situation im Rudel ab. (dbb-wolf.de) Die Familie bleibt wichtig Wolfswelpen wachsen nicht nur körperlich, sondern auch sozial in ihre Rolle hinein. Sie lernen von ihren Eltern und älteren Geschwistern, wie das Leben als Wolf funktioniert. Das Rudel bietet ihnen: Nahrung, Schutz, Wärme, Spielpartner, Vorbilder, und die Möglichkeit, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Aufzucht der Welpen ist damit eine der wichtigsten Aufgaben des gesamten Familienverbandes. Begegnungen mit Menschen Wolfswelpen sind neugierig und spielen häufig. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie den Kontakt zu Menschen suchen sollten. Wenn ein Welpe Menschen gegenüber ungewöhnlich zutraulich erscheint, kann dies auf eine problematische Gewöhnung an Futter oder menschliche Nähe hinweisen. Wolfswelpen dürfen nicht angelockt, gefüttert oder verfolgt werden. Eine Sichtung sollte aus sicherer Entfernung beobachtet und der zuständigen Naturschutzbehörde oder dem regionalen Wolfsmonitoring gemeldet werden. (dbb-wolf.de) Auch scheinbar allein angetroffene Welpen sind nicht automatisch verwaist. Die erwachsenen Tiere können sich in der Nähe befinden oder gerade auf Nahrungssuche sein. Deshalb sollten solche Tiere nicht mitgenommen oder selbst versorgt werden. Zusammenfassung Wolfswelpen werden in Deutschland meist Ende April oder Anfang Mai geboren. In den ersten Wochen bleiben sie in einer geschützten Wurfhöhle und werden von ihrer Mutter gesäugt. Das gesamte Rudel beteiligt sich an ihrer Aufzucht: Die Mutter wärmt und säugt die Welpen. Der Vater bringt Nahrung und schützt die Familie. Ältere Geschwister spielen mit den Welpen und helfen bei ihrer Betreuung. Später versorgen die erwachsenen Wölfe die Jungen mit Fleisch. Nach einigen Wochen verlassen die Welpen die Höhle, ziehen zu einem Rendezvousplatz um und beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. Im Herbst begleiten sie das Rudel zunehmend auf seinen Wanderungen und ersten Jagdausflügen. Ein Wolfswelpe wächst nicht allein auf. Er wird von seiner gesamten Familie versorgt, geschützt und auf das Leben als Wolf vorbereitet. Kurzübersicht Alter Entwicklung Geburt Blind und taub, vollständig auf die Mutter angewiesen Erste zwei Wochen Aufenthalt in der Wurfhöhle, Säugen und Wärmen Etwa zwei Wochen Augen und Ohren öffnen sich nach und nach Drei bis vier Wochen Erste feste Nahrung, vorsichtige Erkundung der Umgebung 40–60 Tage Die Säugezeit endet normalerweise Acht bis zehn Wochen Häufiger Aufenthalt am Rendezvousplatz Herbst Erste längere Wanderungen und Jagdausflüge Sechs bis sieben Monate Fast so groß wie erwachsene Wölfe Zehn bis 22 Monate Viele Jungwölfe wandern aus dem Elternrudel ab Hinweis: Die genannten Altersangaben sind Durchschnittswerte. Die Entwicklung kann je nach Welpe, Rudel und Lebensraum unterschiedlich verlaufen.