Woelfe . Info
Mondphase
Das Wolfsrudel Wölfe leben meistens nicht allein, sondern in einem engen Familienverband. Ein solches Wolfsrudel besteht in der Regel aus einem erwachsenen Elternpaar, den Welpen des laufenden Jahres und den Jungwölfen aus dem Vorjahr. Manchmal bleiben auch ältere Nachkommen noch einige Zeit bei ihrer Familie. (dbb-wolf.de) Ein Rudel ist deshalb keine zufällig zusammengestellte Gruppe und auch keine reine Zweckgemeinschaft. Es handelt sich normalerweise um eine Wolfsfamilie, deren Mitglieder gemeinsam leben, jagen, ihr Revier verteidigen und die jüngeren Tiere aufziehen. Wie groß ist ein Wolfsrudel? Die Größe eines Rudels ist nicht immer gleich. In Deutschland umfasst ein Rudel meistens etwa fünf bis zehn Wölfe. Im Laufe eines Jahres kann dieselbe Familie jedoch deutlich größer oder kleiner sein. Nach der Geburt der Welpen steigt die Zahl der Rudelmitglieder an. Wenn ältere Jungwölfe abwandern oder Tiere sterben, wird das Rudel wieder kleiner. (dbb-wolf.de) Zeitweise können in einem Rudel auch zehn bis fünfzehn oder mehr Wölfe leben. Das hängt unter anderem davon ab, wie viele Jungtiere aus früheren Jahren geblieben sind. In anderen Zeitabschnitten besteht eine Wolfsfamilie nur aus dem Elternpaar und wenigen Nachkommen. Eine feste „Normalgröße“ gibt es daher nicht. Die Zusammensetzung eines Rudels Ein typisches Rudel kann aus folgenden Tieren bestehen: dem erwachsenen Elternpaar, den Welpen des aktuellen Jahres, den Jährlingen aus dem Vorjahr, älteren Jungwölfen, und gelegentlich weiteren erwachsenen Verwandten. Die genaue Zusammensetzung verändert sich ständig. Ein Rudel kann im Frühjahr aus nur wenigen Tieren bestehen und im Spätsommer, nach der Geburt und Aufzucht der Welpen, deutlich größer sein. Das Elternpaar Im Mittelpunkt eines natürlichen Rudels steht meistens ein fortpflanzungsfähiges Elternpaar. Die beiden Tiere führen die Familie durch ihre Erfahrung und ihre Kenntnis des Reviers. Sie übernehmen unter anderem: die Fortpflanzung, die Auswahl und Nutzung von Ruhe- und Wurfplätzen, die Führung bei Wanderungen, die Beteiligung an der Jagd, die Verteidigung des Reviers, und die Versorgung der Jungtiere. Der häufig verwendete Begriff „Alphapaar“ kann dabei zu falschen Vorstellungen führen. In freier Wildbahn handelt es sich meistens nicht um fremde Wölfe, die sich in ständigen Rangkämpfen an die Spitze einer Gruppe gekämpft haben. Das natürliche Rudel ist in erster Linie eine Familie. Deshalb sind die Bezeichnungen Elternpaar oder Elterntiere meist passender. Die Welpen Die Welpen werden ungefähr im Frühjahr geboren. Eine Wölfin bekommt meist mehrere Junge; die genaue Zahl kann von Jahr zu Jahr und je nach Lebensraum unterschiedlich sein. In den ersten Wochen bleiben die Welpen in oder in der Nähe des Wurfplatzes. Die Mutter und die übrigen Rudelmitglieder kümmern sich um sie. Während die Welpen zunächst gesäugt werden, bringen andere Wölfe Nahrung herbei oder würgen vorverdaute Nahrung für sie hervor. Später verlassen die Welpen den Wurfplatz und beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. Sie spielen miteinander, folgen den erwachsenen Wölfen und lernen nach und nach die Regeln des Rudellebens kennen. Die Jährlinge Als Jährlinge werden die Jungwölfe aus dem Vorjahr bezeichnet. Sie sind ungefähr ein Jahr alt und bereits deutlich größer und selbstständiger als die Welpen. Jährlinge übernehmen wichtige Aufgaben innerhalb der Familie. Sie können: die neuen Welpen bewachen, mit ihnen spielen, sie zum Folgen auffordern, bei der Nahrungssuche helfen, und die erwachsenen Tiere auf ihren Wanderungen begleiten. Obwohl Jährlinge schon selbstständig laufen und fressen können, sind sie noch nicht vollständig ausgewachsen und verfügen über weniger Erfahrung als die erwachsenen Wölfe. Ältere Jungwölfe Nicht jeder Wolf verlässt seine Familie sofort nach dem ersten Lebensjahr. Manche Jungwölfe bleiben noch länger im Rudel. Sie helfen dann weiterhin bei der Aufzucht jüngerer Geschwister und beteiligen sich an der Jagd und an der Verteidigung des Reviers. Durch ihre Anwesenheit kann ein Rudel zeitweise deutlich größer sein. Besonders in Gebieten mit ausreichend Nahrung können ältere Nachkommen länger bei ihren Eltern bleiben. Mit zunehmendem Alter werden die Jungwölfe jedoch selbstständiger. Sie müssen schließlich eine eigene soziale Stellung finden und einen Partner oder ein eigenes Revier suchen. Die Aufzucht der Welpen ist Gemeinschaftsarbeit Die Aufzucht der Welpen ist nicht nur Aufgabe der Mutter. Das gesamte Rudel kann an ihrer Versorgung beteiligt sein. Die Rudelmitglieder: bewachen die Welpen, bringen Nahrung zum Wurfplatz, spielen mit ihnen, schützen sie vor Gefahren, und begleiten sie bei ihren ersten Ausflügen. Vor allem ältere Geschwister übernehmen häufig eine Art Betreuungsaufgabe. Dabei lernen auch sie wichtige soziale Fähigkeiten und sammeln Erfahrungen, die ihnen später bei der Aufzucht eigener Welpen zugutekommen können. Ein Rudel im Jahresverlauf Das Leben eines Rudels verändert sich im Laufe des Jahres. Frühjahr Im Frühjahr werden die Welpen geboren. Die Wölfin hält sich in dieser Zeit besonders häufig am Wurfplatz auf. Die anderen Rudelmitglieder versorgen sie und später auch die Welpen mit Nahrung. Sommer Im Sommer werden die Welpen immer selbstständiger. Sie verlassen den Wurfplatz, spielen und begleiten die erwachsenen Wölfe. Zu dieser Zeit ist das Rudel häufig besonders groß. Herbst Im Herbst sind die Jungwölfe schon deutlich kräftiger. Sie lernen, längere Strecken zurückzulegen und sich an der Suche nach Nahrung zu beteiligen. Winter Im Winter können die Wölfe weitere Strecken zurücklegen. Einige ältere Jungwölfe verlassen in dieser Zeit ihre Familie oder bereiten sich auf das Abwandern vor. Dadurch kann das Rudel wieder kleiner werden. Warum verlassen Jungwölfe das Rudel? Das Verlassen der Familie wird als Abwanderung oder Dispersion bezeichnet. Sie ist ein natürlicher Bestandteil des Wolfslebens. Junge Wölfe wandern ab, um: ein eigenes Revier zu finden, einen Partner zu suchen, ein neues Rudel zu gründen, oder sich einem anderen sozialen Verband anzuschließen. Der Zeitpunkt der Abwanderung ist nicht bei allen Wölfen gleich. Manche Tiere verlassen ihre Familie bereits relativ früh, andere bleiben mehrere Jahre. Dabei spielen unter anderem Alter, Geschlecht, Nahrungsangebot, Rudelgröße und die Anwesenheit benachbarter Wölfe eine Rolle. Auf ihren Wanderungen können Wölfe sehr große Entfernungen zurücklegen. Was geschieht, wenn ein Elternteil stirbt? Der Tod eines Elternteils kann die Zusammensetzung eines Rudels deutlich verändern. Der verbliebene Elternwolf kann die Familie manchmal weiterführen. Es kann sich aber auch ein neuer Partner anschließen oder aus dem Rudel heraus ein neues Paar entstehen. In manchen Fällen verlassen ältere Jungwölfe die Familie, während jüngere Tiere noch im Rudel bleiben. Die weitere Entwicklung hängt stark von der jeweiligen Situation und vom Alter der vorhandenen Wölfe ab. Ein Rudel ist daher kein dauerhaft gleichbleibender Verband. Es verändert sich durch Geburten, Todesfälle, Abwanderung und neue Paarbindungen. Gibt es mehrere erwachsene Wölfe im Rudel? In den meisten europäischen Rudeln besteht die fortpflanzende Einheit aus einem erwachsenen Paar. Es können aber auch weitere erwachsene Nachkommen oder Verwandte im Rudel leben. Unter besonderen Umständen können sich auch mehrere fortpflanzungsfähige Tiere in einer Familie befinden. Das kann beispielsweise geschehen, wenn sich die Zusammensetzung des Rudels nach dem Tod oder Verschwinden eines Elternteils verändert. Solche Fälle sind möglich, aber nicht die typische Grundform des Wolfsrudels. (dbb-wolf.de) Rudel oder Paar? Nicht jedes Wolfsvorkommen besteht aus einem Rudel. Ein neu gebildetes Paar kann zunächst allein in einem Gebiet leben. Wenn es noch keine Welpen hat, wird es als Paar bezeichnet. Erst wenn mehr als zwei Wölfe regelmäßig gemeinsam in einem Gebiet nachgewiesen werden, spricht das deutsche Wolfsmonitoring von einem Rudel. Meist handelt es sich dabei um ein Elternpaar mit Welpen und Jährlingen. (dbb-wolf.de) Daneben gibt es auch: territoriale Einzelwölfe, abwandernde Wölfe, neu gebildete Paare, und Wölfe, die vorübergehend oder dauerhaft ohne eigenes Rudel leben. Rudelgröße und Nahrungsangebot Die Größe eines Rudels hängt auch vom Lebensraum und vom Nahrungsangebot ab. Wo ausreichend Beute vorhanden ist, können mehr Wölfe zusammenleben. Ist Nahrung knapp, kann ein großes Rudel schwieriger zu versorgen sein. Auch die Größe der Beutetiere spielt eine Rolle. Mehrere Wölfe können große Beutetiere besser überwältigen und verteidigen als ein einzelner Wolf. Gleichzeitig müssen alle Rudelmitglieder mit Nahrung versorgt werden. Die Rudelgröße ist deshalb das Ergebnis verschiedener Faktoren: Nahrungsangebot, Größe und Verteilung der Beutetiere, Größe des Reviers, Konkurrenz durch andere Rudel, Sterblichkeit, Geburten, und Abwanderung junger Wölfe. (researchgate.net) Das Rudel als soziale Gemeinschaft Das Zusammenleben im Rudel bietet den Wölfen verschiedene Vorteile. Gemeinsam können sie: größere Beutetiere erlegen, ihr Revier besser verteidigen, Welpen schützen, Nahrung teilen, und voneinander lernen. Gleichzeitig erfordert das Leben in einer Gruppe auch Rücksichtnahme und eine gut funktionierende Kommunikation. Die Wölfe müssen sich untereinander verständigen, Konflikte vermeiden und ihre Aktivitäten koordinieren. Die Bindung zwischen den Rudelmitgliedern zeigt sich unter anderem durch gemeinsames Ruhen, Spielen, Wandern, Heulen und gegenseitige Fellpflege. Das Rudel ist keine starre Gruppe Ein Wolfsrudel bleibt nicht immer gleich groß und setzt sich nicht immer aus denselben Tieren zusammen. Es ist ein Verband, der sich ständig verändert. Neue Welpen kommen hinzu, ältere Jungwölfe wandern ab und einzelne Tiere können sterben. Dadurch kann aus einem großen Rudel innerhalb kurzer Zeit wieder eine kleine Familie werden. Ebenso kann ein Paar durch die Geburt von Welpen zu einem Rudel heranwachsen. Das Wolfsrudel ist daher am besten als Familie in wechselnder Zusammensetzung zu verstehen. Zusammenfassung Ein Wolfsrudel besteht meistens aus: einem erwachsenen Elternpaar, den Welpen des aktuellen Jahres, Jährlingen, und manchmal älteren Nachkommen. In Deutschland umfasst ein Rudel meist etwa fünf bis zehn Wölfe, kann im Jahresverlauf aber kleiner oder größer sein. Nach der Geburt der Welpen wächst die Familie, durch Abwanderung und Todesfälle nimmt ihre Größe wieder ab. Das Rudel ist keine zufällige Ansammlung von Wölfen, sondern ein eng verbundener Familienverband. Alle Mitglieder können zur Jagd, Revierverteidigung und Aufzucht der Welpen beitragen. Kurzübersicht Begriff Bedeutung Rudel Eine Wolfsfamilie, die gemeinsam in einem Gebiet lebt Elternpaar Die meist fortpflanzenden erwachsenen Wölfe Welpen Jungwölfe des aktuellen Jahres Jährlinge Jungwölfe aus dem Vorjahr Abwanderung Das Verlassen des Familienverbandes Paar Zwei Wölfe, die zusammenleben, aber noch keine Welpen haben Territorialer Einzelwolf Ein einzelner Wolf, der sich längere Zeit in einem Gebiet aufhält Merksatz: Ein Wolfsrudel ist keine Horde, sondern eine Familie.